Kurztrips in die Zukunft

Björn Theis ist Foresight Manager und erforscht die Zukunft. In seiner Kolumne schreibt er über Orte, an denen Zukunft „gemacht“ wird, disruptive Technologien und visionäre Vordenker.

„Wie kann man die Zukunft erforschen? Sie ist ja noch nicht da.“ – Mit solchen und ähnlichen Aussagen ist ein Zukunftsforscher tagtäglich konfrontiert. Und – Spoiler-Alarm! – leider verfügt unsere Zunft nicht über weissagende Glaskugeln. Aber ich greife vor. Zuerst möchte ich mich vorstellen: Mein Name ist Björn Theis und ich bin Foresight Manager. Es ist meine Aufgabe, zukünftigen Wandel und die dadurch entstehenden Chancen und Herausforderungen frühzeitig zu erkennen, die Konsequenzen zu interpretieren und effektive Reaktionen zu formulieren, um langfristigen Erfolg zu sichern.
Aber wie kann man schon heute die Zukunft sichtbar machen? William Gibson, einer meiner Lieblings-Science-Fiction-Autoren und Erfinder von Begriffen wie „Cyberspace“, prägte das Zitat: „Die Zukunft ist bereits da – sie ist nur nicht sehr gleichmäßig verteilt.“ Ein Beispiel? Während schon heute mehr als ein Viertel der Weltbevölkerung Facebook nutzt, haben rund 45 Prozent der Menschen noch heute keinen Zugang zum Internet.

Ein persönlicheres Beispiel: Ein Bekannter von mir erkrankte 2017 an Krebs. Die Ärzte prognostizierten eine Lebenserwartung von unter einem Jahr. Doch mein Bekannter hatte Glück und durfte an einem klinischen Test teilnehmen. Die Behandlung schlug an. Sie rettete ihm das Leben. Seit Dezember 2018 arbeitet er wieder. Es scheint, als sei der Krebs besiegt. Während ich an solchen Beispielen die Zukunft der Medizin bereits erleben durfte, kamen anderenorts mittelalterliche Seuchen zurück: Etwa zur gleichen Zeit brach die Pest in Madagaskar, Kongo und Peru aus.
Beides verdeutlicht Gibsons Aussage, dass die Zukunft ungleich verteilt ist. Diese Tatsache ermöglicht es, sie handhabbar zu machen. Daher möchte ich Sie, liebe Leserinnen und Leser, an dieser Stelle regelmäßig auf „Kurztrips in die Zukunft“ einladen: Begleiten Sie mich in meiner Kolumne zu Orten, an denen Zukunft „gemacht“ wird, zu disruptiven Technologien sowie den Utopien und Dystopien von visionären Vordenkern. Und denken Sie daran: Die Zukunft ist oftmals näher als man glaubt.

Illustration: Romina Birzer

ERSCHEINUNGSTERMIN

05. März 2019

Illustration Erde

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