MENSCHEN UND VISIONEN

Um etwas zu bewegen, braucht es Menschen mit guten Ideen. Weil sie schon heute wissen, wohin die Reise in Zukunft gehen soll.

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NICOLAS GARZ

MENSCHEN UND VISIONEN

Um etwas zu bewegen, braucht es Menschen mit guten Ideen. Weil sie schon heute wissen, wohin die Reise in Zukunft gehen soll.

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NICOLAS GARZ

1

»Ich wollte die Möglich­keiten der Technologie für etwas Gutes nutzen.«

Julia Danckwerth hilft dabei, die Lebensqualität von Demenzkranken zu erhöhen. Die 32-jährige Designerin hat „spur“ entwickelt: ein System aus kleinen Sensoren, das an der Innenseite von Kleidungsstücken angebracht wird. Mithilfe dieser digitalen Helfer können Demenzkranke von Angehörigen oder Pflegern per App oder über ein Empfangsgerät zu jeder Zeit geortet werden. Zudem schlagen die Sensoren automatisch Alarm, wenn der Betroffene zu Boden stürzt oder sich verlaufen hat – eine Innovation, die viele Ängste und Sorgen nimmt.

Quelle: Julia Danckwerth

2

»Ein Fehlschlag wirkt vorübergehend. Aufgeben ist von Dauer.«

Kiran Mazumdar-Shaw wollte eigentlich Braumeisterin werden, fand jedoch keinen Job. Stattdessen gründete sie 1978, mit 25 Jahren, ihr eigenes Unternehmen Biocon India. In der heimischen Garage, mit 250 $ Startkapital. Jahrzehnte später ist daraus der größte Biotechnologiekonzern Indiens geworden – und Mazumdar-Shaw die reichste Frau des Landes. Die „Biotech-Queen“ bekämpft die Zivilisationskrankheiten unserer Zeit. Ihr Unternehmen ist Vorreiter bei der Entwicklung von Medikamenten gegen Krebs und Diabetes. Zugleich setzt sich die 65-Jährige dafür ein, armen Menschen den Zugang zu Medizin zu erleichtern. Kurzum: Dass Mazumdar-Shaw einst dem Bier abschwören musste, ist aus heutiger Sicht ein großes Glück.

Quelle: Kiran Mazumdar-Shaw auf CNN.com

3

»Du brauchst keinen Lippenstift. Der Lippenstift braucht dich.«

Moj Mahdara hat die US-amerikanische Schönheitsmesse Beautycon vor vier Jahren neu erfunden. Die Messechefin verwandelte die exklusive Veranstaltung für YouTuber in ein Massenevent und eine Trendbörse, die in diesem Jahr mit der Aufforderung zum selbstbewussten Umgang mit Lippenstiften um Besucher warb. „Da draußen ist eine neue Generation an Talenten, die komplett neu definieren, was wir für schön halten“, sagt die US-Amerikanerin mit iranischen Wurzeln. Ihre Beautycon dreht die Verhältnisse um: Früher setzten die großen Konzerne mit ihren Kampagnen die Schönheitstrends – nun spüren sie diesen auf Mahdaras Messe nach.

Quelle: Offizieller Slogan der Beautycon 2018

4

»Erfindungen werden durch Frustration und Neugier beflügelt.«

Tony Fadell ist ein Daniel Düsentrieb des digitalen Zeitalters: Der US-amerikanische Computeringenieur gilt als „Vater des iPods“ und war am Aufbau des iPhones beteiligt. Nach dem Abschied von Apple entwickelte er intelligente Raumthermostate mit seinem Unternehmen Nest, das er vor einigen Jahren an Google verkaufte. Mittlerweile kritisiert Fadell jedoch einige der Geister, die er rief: Vor Kurzem warnte der 49-Jährige vor Smartphone-Sucht – und ist damit vielleicht wieder einmal seiner Zeit voraus.

Quelle: Tony Fadell auf Medium.com

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