LESETIPPS

Über die nächste Phase der Digitalisierung, die Möglichkeiten der Blockchain-Technologie und die Macht der Mathematik

TEXTNIELS BOEING

Das Zeitalter der Maschinen

Andrew McAfee und Erik Brynjolfsson, beide Ökonomen an der M.I.T. Sloan School of Management, sehen eine technologische Flutwelle heranrollen, die dramatischer ist als der Aufstieg des Internet. Auslöser: der Durchbruch beim Maschinenlernen, die Entstehung globaler Plattformen wie Amazon und die weltweite Crowd der Nutzer, die in Sekunden auf das Weltwissen zugreifen kann. Sich auf den menschlichen Geist, brillante Produkte und versierte Experten zu verlassen, garantiert den unternehmerischen Erfolg nicht mehr, so die Ökonomen. McAfee und Brynjolfsson erregten 2012 mit „Race against the Machine“ Aufsehen. Nun legen sie einen Kompass für die nächste Phase der Digitalisierung vor.

Andrew McAfee & Erik Brynjolfsson
Machine, Platform, Crowd: Wie wir das beste aus unserer digitalen Zukunft machen

Plassen, Kulmbach 2018

Das Zeitalter des Vertrauens

Alle sprechen von Bitcoin, viel gravierender ist jedoch die Technologie dahinter. Für Michael Casey und Paul Vigna markiert Blockchain einen Bruch in der Wirtschaftsgeschichte. Denn es löst die doppelte Buchführung ab, die über 500 Jahre lang das Vertrauen in Transaktionen garantierte – bis der Finanzcrash von 2008 die Bücher der Banken als organisierten Fake entlarvte, so die Grundthese von Casey und Vigna. Die Buchführung mittels Blockchain könnte im Zeitalter der Globalisierung das Vertrauen wiederherstellen. Und damit so unterschiedliche Dinge wie Grundbücher, Zulieferketten oder Urheberrechte transparent und sicher machen. „The Truth Machine“ ist ein angenehm reflektierter Überblick über eine der wichtigsten neuen Technologien überhaupt.

Michael Casey & Paul Vigna
The Truth Machine.
The Blockchain and the Future of Everything

St. Martin’s Press, 2018

Das Zeitalter der Gleichungen

Unser Bild vom Universum gleicht einem Puzzle, in das Wissenschaftler in den vergangenen 300 Jahren beeindruckend viele Teile an die richtige Stelle gelegt haben. Viele davon sind mit Namen genialer Physiker verknüpft. Weniger bekannt ist, wie viel die Mathematik dazu beigetragen hat, die Teile korrekt zu platzieren. „Mathematik ist eine sehr leistungsfähige Herleitungsmaschine“, schreibt der britische Mathematiker Ian Stewart, ein Meister des populärwissenschaftlichen Sachbuchs. In seinem Buch zeichnet er nach, wie die Untersuchung der Gestirne mächtige Werkzeuge wie Differenzialgleichungen hervorbrachte und wie Mathematiker in Gleichungen Dinge entdecken, die kein Teleskop enthüllt hat, etwa schwarze Löcher oder Gravitationshighways. Keine leichte, aber aufregende Kost.

Ian Stewart
Die Berechnung des Kosmos

Rowohlt, Reinbek 2018

ELEMENTS-Newsletter
Erhalten Sie spannende Einblicke in die Forschung von Evonik und deren gesellschaftliche Relevanz - ganz bequem per E-Mail.