Ökovorreiter und Kernkraftnutzer

In Deutschland begann das Energiejahr 2018 mit einem historischen Moment: Am Neujahrsmorgen versorgte sich das Land zum ersten Mal vollständig mit Ökostrom (Quelle: Bundesnetzagentur). Wie es andere Länder mit der Energiewende halten – einige Beispiele

China

Erneuerbare Kernkraft

Die Solarenergieziele für 2020 hat China bereits heute erreicht. Auch Windkraft soll weiter ausgebaut werden. Der Energiehunger des Landes lässt sich aber nicht allein damit stillen, deshalb wird auch Kernkraft als Alternative zur Kohle gefördert. 38 Reaktoren sind derzeit in Betrieb, 20 weitere sind im Bau.

Iran

Ökostrom im Inland, Öl für den Export

Ökologische und ökonomische Gründe treiben die Entwicklung in Iran voran: Je mehr Eigenbedarf aus erneuerbaren Energien gedeckt wird, desto mehr Öl kann ins Ausland verkauft werden. Um die vorherrschenden idealen Bedingungen für erneuerbare Energien auszunutzen, planen Investoren unter anderem aus Norwegen, Dänemark, Großbritannien, Deutschland und Italien große Solar- und Windanlagen.

MITTELMEERSTAATEN

Mehr grüne Energie

Das Zukunftsszenario „Mediterranean Energy Transition“ sieht vor, dass der Stromverbrauch generell reduziert und mehr aus erneuerbaren Energien gedeckt wird. Der Anteil von Solar- und Windenergie könnte bis 2040 auf 27 Prozent verdreifacht werden. Dafür wurden Daten von 25 Ländern aus dem nördlichen und südlichen Mittelmeerraum einbezogen, von Portugal über Albanien bis Marokko und Israel.

Russland

Ungenutzte Potenziale

Russlands Gas-, Öl- und Kohlevorkommen zählen zu den größten der Welt, Investitionen in erneuerbare Energien scheinen deshalb wenig wirtschaftlich. Stattdessen setzt das Land auf die Weiterentwicklung fossiler Energieträger. Die immensen Potenziale von Wasser-, Solar- und Windenergie im Land bleiben weitgehend ungenutzt.

Norwegen

Trendsetter der Klimapolitik

Im Land der Fjorde stammen über 96 Prozent der Energie aus Wasserkraft. Die Förderung von Elektromobilität und ein Verkaufsstopp für Autos mit Verbrennungsmotor ab 2025 stärken Norwegens Rolle als Vorreiter der Klimapolitik. Gleichzeitig profitiert das Land auch von seinen enormen Gasressourcen und ist nach Russland der zweitgrößte Gaslieferant für Europa. Mehr als 40 Prozent der Exporte gingen 2017 nach Deutschland.

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