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Über künstliche Intelligenz, die »Big Four« des Internet- Zeitalters und übersehene wissenschaftliche Ideen

TextNIELS BOEING

Intelligente Maschinen

Künstliche Intelligenz (KI) ist einer der großen Trends von heute. Für den Physiker Max Tegmark ist sie mehr: die dritte Stufe von Leben, die sowohl ihr Denken (Software), als auch ihren Körper (Hardware) wird formen können. Der Mensch kann nur sein Denken verändern. Eine solche, dem Menschen überlegene „Maschinenintelligenz“ wird kommen, da ist sich Tegmark sicher. Was dann passiert, analysiert er in detailliert durchdachten Szenarien, in denen die Maschinenintelligenz etwa ein „wohlwollender Diktator“ oder „versklavter Gott“ ist. Mit den „KI-Prinzipien von Asilomar“, die bereits 1.400 Forscher unterzeichnet haben, schließt Tegmarks Buch, das in Ton und Substanz eine echte Bereicherung der Debatte ist.

Max Tegmark
Leben 3.0: Menschsein im Zeitalter Künstlicher Intelligenz

Ullstein, Berlin 2017

Intelligente Konzerne

Vier Konzerne beherrschen die digitale Wirtschaft: Amazon, Apple, Facebook und Google. Ihr Börsenwert entspricht zusammengenommen fast dem Bruttoinlandsprodukt von Frankreich. Eine solche Dominanz ist ohne Beispiel in der Wirtschaftsgeschichte, warnt Scott Galloway, Marketing-Professor aus New York, und fragt: Sind sie gar die vier Reiter der Apokalypse? In seinem faktenreichen Buch erklärt Galloway den Aufstieg der Vier. Mit klugen Ideen, risikofreudigen CEOs und viel Kapital sind sie zu Plattformen geworden, an denen keiner mehr vorbeikommt. Könnte ein neues Unternehmen die Vormacht der Vier brechen? Galloway formuliert acht Kriterien dafür – die aber für ihn kein anderes Unternehmen erfüllt.

Scott Galloway
The Four: Die geheime DNA von Amazon, Apple, Facebook und Google

Plassen Verlag, Kulmbach 2018

Intelligente Ideen

1976 schuf Richard Dawkins das Konzept der „Mems“ – Ideen, die sich in der kulturellen Evolution durchsetzen, so wie Gene in der biologischen. John Brockman, Kurator des einflussreichen Online-Salons Edge.org, hat 200 Forscher gefragt, welche wissenschaftlichen Konzepte es bislang zu Unrecht nicht zu Mems gebracht haben. In kurzen Essays stellen diese ihre Kandidaten vor. Die heißen etwa Menger-Schwamm oder Relative Deprivation. Wie relevant sie sind, zeigt das Beispiel „Premortem“. Das ist eine proaktive Analyse dessen, was ein Unternehmen in den Konkurs treiben könnte – ein ganz besonderes Tool, um eine Geschäftsstrategie auszurichten.

John Brockman (Hg.)
This Idea Is Brilliant: Lost, Overlooked and Underappreciated Scientific Concepts Everyone Should Know

Harper Collins, New York 2018

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